Empfängersteuerung
Die Empfängersteuerung legt fest, wer der Empfänger eines Dokuments ist. Der Empfänger ist dabei die Person, die den Brief nach dem postalischen Versand erhält.
Die Steuerung erfolgt in intracon:bk unabhängig vom Quellsystem und damit unabhängig davon, wie die ursprünglichen Daten und Variablen bereitgestellt werden.
Über die Empfängersteuerung werden insbesondere folgende Variablen-Stämme versorgt:
address.*– Empfängeralternate.*– Betreuer
Diese Variablen werden von intracon:bk für alle Funktionen verwendet, die mit dem Empfänger beziehungsweise dessen Anschrift zusammenhängen. Dazu gehören unter anderem:
- Adressvalidierung
- geführte Adressanpassung im Mitarbeiter-Dialog
- Darstellung des Empfängers im Dokumentenstarter
- Darstellung des Empfängers im Postkorb
- Versorgung der Schnittstellen zu Druckdienstleistern
- Rendern des Anschriftenfeldes im Dokument
Wichtig:
Für den Einsatz von intracon:bk muss die Empfängersteuerung verwendet werden. Nur so ist sichergestellt, dass alle Funktionen von intracon:bk und angebundenen Systemen mit einer einheitlich ermittelten Empfängeranschrift arbeiten.
Welche Variante soll verwendet werden?
Für die Empfängersteuerung stehen drei Verfahren zur Verfügung:
| Verfahren | Verwendung |
|---|---|
| Mapping über die Vorlageneigenschaften | Der Empfänger beziehungsweise Betreuer befindet sich eindeutig in bekannten Variablen des Datensatzes. |
| Manuelle Eingabe | Der Empfänger ist nicht im Datensatz vorhanden und soll durch den Sachbearbeiter eingegeben werden. |
| Mapping im XML-Code | Der Empfänger kann erst innerhalb des Templates ermittelt werden, beispielsweise durch Bedingungen, Parameter oder andere Logiken. |
Mapping über die Vorlageneigenschaften
Dieses Verfahren sollte verwendet werden, wenn eindeutig bekannt ist, in welchen Variablen des Datensatzes sich Empfänger und gegebenenfalls Betreuer befinden.
In den Vorlageneigenschaften wird im Bereich Empfänger Mapping das gewünschte Mapping hinterlegt.
Für das Mapping stehen folgende Felder zur Verfügung:
- Empfänger – Mapping für den Empfänger
- Betreuer – Mapping für einen gegebenenfalls vorhandenen Betreuer
- Manueller Empfänger – Deaktiviert
Betreuersteuerung
Sind sowohl Empfänger- als auch Betreuerdaten vorhanden, kann intracon:bk ermitteln, welche Anschrift tatsächlich als Empfänger verwendet wird.
Grundsätzlich gilt:
- Priorität 1: Betreuer, sofern dieser briefberechtigt ist
- Priorität 2: Empfänger
Für die Behandlung der Betreuerdaten steht die Betreuersteuerung zur Verfügung.
Die Konfiguration kann im Empfängermapping oder in der Server-Konfiguration erfolgen. Dabei hat die Konfiguration im Empfängermapping die höhere Priorität.
| Einstellung | Verhalten |
|---|---|
| Leer / Niemals | Die durch das Mapping ermittelten Betreuerdaten bleiben erhalten. alternate.* wird nicht gelöscht. |
| Wenn gleich | Empfänger- und Betreuerdaten werden verglichen. Sind beide gleich, werden die Betreuerdaten aus alternate.* gelöscht. |
| Wenn Variable falsch | Eine zusätzliche Variable bestimmt, ob ein Betreuer vorhanden ist. |
Bei Wenn Variable falsch muss die vollständige Variable angegeben werden, die diese Information enthält.
Beispiel:
source.e_hatbetreuerEnthält die Variable Ja, bleiben die Betreuerdaten in alternate.* erhalten.
Enthält die Variable Nein, werden die Betreuerdaten aus alternate.* gelöscht.
Manuelle Eingabe des Empfängers
Dieses Verfahren wird verwendet, wenn die Empfängeranschrift nicht aus dem Datensatz ermittelt werden kann und durch den Sachbearbeiter eingegeben werden soll.
In den Vorlageneigenschaften wird im Bereich Empfänger Mapping das Feld Manueller Empfänger auf die manuelle Eingabe eingestellt.
Dadurch erscheint zusätzlich das Feld Auswahltext. Hier kann eine kurze Eingabehilfe für den Sachbearbeiter hinterlegt werden.
Die Mapping-Felder für Empfänger und Betreuer bleiben leer beziehungsweise werden auf [kein Mapping] gesetzt.
Beim Auftragseingang wird der Sachbearbeiter anschließend zur Eingabe des Empfängers aufgefordert.
Hinweis:
Bei aktivierter Adressvalidierung müssen mindestens Name, PLZ und Ort angegeben werden.
Mapping über den XML-Code
Das Mapping im XML-Code wird verwendet, wenn der Empfänger erst während der Verarbeitung des Templates eindeutig bestimmt oder zusammengestellt werden kann. Die dafür benötigten Empfängerinformationen können dabei sowohl aus dem Datensatz als auch aus anderen Quellen, beispielsweise Parametern oder im Template hinterlegten Werten, stammen.
Typische Anwendungsfälle sind:
- mehrere potenzielle Empfänger im Datensatz
- Ermittlung des Empfängers über Bedingungen wie
<IF>- Auswahl oder Steuerung des Empfängers über Template-Parameter
- manuelle Auswahl durch den Sachbearbeiter, beispielsweise über ein Dropdownfeld
- Verwendung von im Template hinterlegten festen Werten über
<Text>- Kombination von Werten aus dem Datensatz, Parametern und festen Werten
- dynamisch zusammengesetzte Empfängerinformationen
Für die Steuerung wird der Tag <MetaFormatter> verwendet.
Für das Empfänger- und Betreuermapping stehen vier Attribute zur Verfügung:
AddressFieldAddressEnhanceAlternateFieldAlternateEnhance
AddressField
Mit AddressField wird der Inhalt einer Variable einer bestimmten address.*-Variable zugeordnet.
Beispiel:
<MetaFormatter AddressField="Plz">
<Variable Path="source.e_plztatsaechlicherempfaenger">
</Variable>
</MetaFormatter>Für jedes benötigte Feld der Anschrift wird ein eigener <MetaFormatter> verwendet.
Wichtig:
Beim ersten Aufruf vonAddressFieldwerden bereits vorhandene Inhalte deraddress.*-Variablen gelöscht. Dies gilt auch, wenn diese zuvor über ein zusätzlich konfiguriertes Empfängermapping in den Vorlageneigenschaften gefüllt wurden.
Soll ein Wert lediglich für die Empfängersteuerung übernommen, aber nicht an dieser Stelle im Dokument ausgegeben werden, kann zusätzlich das Attribut Hidden verwendet werden:
<MetaFormatter AddressField="Plz" Hidden="true">
<Variable Path="source.e_plztatsaechlicherempfaenger">
</Variable>
</MetaFormatter>Das ist beispielsweise hilfreich, wenn die eigentliche Ausgabe einer Variable an anderer Stelle mit zusätzlichen Formatierungsoptionen erfolgt (z.B. FollowWithWhitespace="true").
AddressEnhance
AddressEnhance funktioniert grundsätzlich wie AddressField.
Der entscheidende Unterschied:
Bereits vorhandene Inhalte der
address.*-Variablen werden nicht gelöscht.
Damit können einzelne Werte einer bereits vorhandenen Empfängeranschrift ergänzt oder verändert werden.
AlternateField
AlternateField entspricht dem Verhalten von AddressField, bezieht sich jedoch auf den Betreuer und damit auf die Variablen alternate.*.
AlternateEnhance
AlternateEnhance entspricht dem Verhalten von AddressEnhance, bezieht sich jedoch auf die Variablen alternate.*.
Kurzentscheidung
Empfänger steht eindeutig in bekannten Variablen des Datensatzes?
→ Mapping über die VorlageneigenschaftenEmpfänger soll direkt vom Sachbearbeiter eingegeben werden?
→ Manueller EmpfängerEmpfänger wird erst durch die Logik des Templates bestimmt oder zusammengestellt?
→ Mapping über<MetaFormatter>Empfängeranschrift soll im Template vollständig neu aufgebaut werden?
→AddressFieldVorhandene Empfängeranschrift soll im Template nur ergänzt oder verändert werden?
→AddressEnhanceBetreueranschrift soll im Template vollständig neu aufgebaut werden?
→AlternateFieldVorhandene Betreueranschrift soll im Template nur ergänzt oder verändert werden?
→AlternateEnhanceWerte sollen für die Empfängersteuerung übernommen, aber nicht im Dokument ausgegeben werden?
→ ZusätzlichHidden="true"verwenden